„Gelungene Kommunikation“

 

Ich nehme in diesem Artikel Bezug auf den Zeitungsartikel „Mit dem Auto bis zum Schultor“ der „WAZ“ am 15.8.2013, in welchem die Leiterin unserer Geschäftsstelle Birgit Völxen mehrfach zitiert wurde. Dabei entstand folgendes Problem: Frau Völxen hat im vorangegangenen Interview sehr differenziert über das Verhalten verschiedener Eltern und die Gründe dafür berichtet. Es ist ihr (und unser) Anliegen, weder bei Eltern, noch bei Lehrkräften, Schulleitungen oder Schulverwaltung, das Verhalten einzelner pauschal zu verurteilen, ohne nach den jeweiligen Gründen dafür zu fragen. Genau diese Haltung kommt im vorliegenden Artikel nicht zum Ausdruck.

Vielmehr kann der Eindruck entstehen, dass wir über Eltern urteilen, ebenso wie dies andere Protagonisten im Artikel (anscheinend) tun. Auf diese Weise werden Fronten errichtet: Da gibt es die Lehrer, die von (einzelnen) Eltern genervt sind, eine Öffentlichkeit, die überbesorgte Eltern belächelt, „Experten“, die pauschal den richtigen Umgang mit den Bedürfnissen von Kindern und den (zum Teil berechtigten) Ängsten von Eltern kennen.

Auf diese Weise entsteht eine Situation, in der alle nur übereinander, aber nicht miteinander kommunizieren.

Unser Ansatz ist ein anderer: Wir möchten mit allen Beteiligten in Schule offen sprechen und die jeweiligen Gründe für ihr Handeln erfahren. Nur, wenn wir jeweils gegenseitig unsere Gründe kennen und respektieren, können wir konstruktiv miteinander umgehen.

Den vorliegenden Artikel empfinde ich als wenig konstruktiv. Menschen werden plakativ dargestellt, statt um inhaltliche Auseinandersetzung geht es eher um Herabwürdigung.

 

Nur um zu verdeutlichen, wie die Darstellungsweise der „WAZ“, konsequent zu Ende gedacht, verstanden werden könnte, gebe ich Ihnen folgendes Beispiel:

Der Satz in dem WAZ Artikel “Allerdings seien Eltern durchaus beratungsresistent.“ ist kein korrektes Zitat von Frau Völxen. Neben der Frage, ob es tatsächlich eine echte Beratung für die Eltern gab, die etwas „Falsches“ tun, ist die Verallgemeinerung unzulässig.

Wenn manche Eltern ihr Verhalten nicht ändern, lässt sich dadurch kein Schluss auf alle oder die meisten ziehen. Von extremen Einzelfällen auf alle zu schließen ist unzulässig.

Sonst böte sich folgende Schlussfolgerung an:

Da Frau Völxen falsch zitiert wurde, steht in der „WAZ“ die Unwahrheit. Aus diesem Fall ließe sich analog zum WAZ- Artikel schließen: „Allerdings sei die WAZ durchaus wahrheitsresistent.“ Natürlich ist dieser Schluss nicht zulässig.

 

Es wäre viel gewonnen, wenn alle Beteiligten in der schulpolitischen Diskussion auf solche Mittel verzichten und sachlich miteinander arbeiten. Dafür setzen wir uns als LEGS ein.