Positionspapier zur Veränderung beim schriftlichen Dividieren

Die Landeselternschaft Grundschulen nimmt die aktuellen Diskussionen um das schriftliche Dividieren im Mathematikunterricht im Grundschulbereich wahr und möchte hierzu Stellung beziehen.

Viele Eltern sind verunsichert, weil sie selbst klassisch schriftliche Rechenverfahren gelernt haben und nun hören, dass diese in der Grundschule verändert oder zeitlich verschoben werden sollen.

Eltern wünschen sich klare, verständliche und fachlich begründete Informationen darüber, was gelernt wird, warum es so gestaltet wird und wie dies die mathematischen Kompetenzen ihrer Kinder stärkt.

Unsere Stellungnahme soll diese Erwartungen erfüllen und Eltern eine fundierte Orientierung geben.

In Niedersachsen wird das schriftliche Dividieren nicht abgeschafft, sondern zeitlich in den Lehrplänen anders verankert.

Der Fokus liegt im Grundschulalter auf halbschriftlichen Verfahren, während das vollständige schriftliche Dividieren in der weiterführenden Schule vertieft wird. Diese Entwicklung entspricht den bundesweiten Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz.

Moderne Mathematikdidaktik betont, dass Grundschulkinder zuerst mathematische Grundideen und Zusammenhänge verstehen sollen – z. B. was Division bedeutet (Aufteilen, Verteilen, Zusammenhänge zur Multiplikation) – bevor sie komplexe schriftliche Algorithmen auswendig lernen.

Studien und Lehrpläne zeigen auch, dass halbschriftliche Verfahren wie das Zerlegen von Zahlen Lehrern helfen, das Zahlenverständnis und das Rechenverständnis der Kinder zu fördern, bevor komplexere Algorithmen eingeführt werden.

Zudem zeigen Kinder, die in frühen Jahren flexible Rechenstrategien entwickeln, oft bessere mathematische Problemlösefähigkeiten und weniger Frustration beim Rechnen.

Das halbschriftliche Dividieren bedeutet, eine Aufgabe in einfachere Schritte zu zerlegen und Zwischenergebnisse nachzuvollziehen (z. B. zuerst 3 000 durch 5, dann 200 durch 5 etc.). Dies stärkt das Zahlenverständnis im Kopf und hilft Kindern, Zusammenhänge zu erkennen, statt sich nur an eine Technik zu erinnern.

Für das spätere, vollständige schriftliche Dividieren ergeben die halbschriftlichen Strategien ein fundiertes Fundament, auf dem die Kinder sicherer und selbstbewusster aufbauen können – sowohl im Unterricht als auch im späteren Leben.

Die Landeselternschaft Grundschulen befürwortet einen verstehensorientierte Mathematikunterricht, der Grundkompetenzen systematisch aufbaut und auf spätere Lernschritte vorbereitet. Dies schließt weiterhin das Erlernen des schriftlichen Dividierens ein – in der altersgerechten Phase und in Aufbau zu halbschriftlichen Verfahren.

Eltern sollen dabei nicht verunsichert, sondern informiert und eingebunden werden.

Aus Sicht der Landeselternschaft ist es wichtig, dass Eltern verstehen, was ihre Kinder lernen sollen und warum bestimmte Inhalte auf bestimmte Weise vermittelt werden; Eltern sollten Zugang zu verständlichen und fachlichen Erklärungen haben und sehen, dass es wissenschaftliche Gründe hinter diesen Veränderungen gibt.

Wir empfehlen daher, dass Schulen und Bildungsbehörden Eltern proaktiv und transparent informieren – beispielsweise durch Elternabende, leicht verständliche Erläuterungen auf Schul- oder Verbandsseiten und durch Hinweise auf anerkannte Fachstellen im Bereich Mathematikdidaktik und Bildung.

Hier finden Sie unsere Stellungnahme in der vollständigen Fassung.

Mit freundlichen Grüßen
Josephine Behrens
Vorsitzende der Landeselternschaft der Grundschulen Nordrhein-Westfalen